Diese Woche wurden die Daten der zweiten Umfrage zur Wahrnehmung der Lateinamerikaner in Bezug auf das Coronavirus veröffentlicht, die zwischen dem 15. und 30. Juni von der Grupo Diarios de América durchgeführt wurde. Uruguay war eines der Länder mit der optimistischsten Einschätzung der Entwicklung der Pandemie.
Dies stimmt jedoch nicht mit dem Rest der Region überein. Aufgrund der Situation, in der wir uns weltweit befinden, und der Tatsache, dass der neue Schwerpunkt der Pandemie Lateinamerika ist, haben in letzter Zeit Gefühle der Angst, Unruhe und Unsicherheit über die Dauer der Krise zugenommen.
Die größten Sorgen, die die Coronavirus-Krise hervorruft, sind die Gesundheit der Familie, die Dauer der Pandemie, die Auswirkungen auf die Wirtschaft, das Funktionieren des Gesundheitssystems und der Mangel an genauen Informationen. Diese Bedenken stimmen mit denen überein, die in der ersten GDA-Messung geäußert wurden.
Im Gegensatz zur ersten Umfrage zeigt die neue Stichprobe einen Rückgang der Bewertung der nationalen Regierungen hinsichtlich ihres Umgangs mit der Coronavirus-Krise um 16 %. Dies kann auf eine Kombination zweier Faktoren zurückzuführen sein: eine Zunahme der Ansteckungsgefahr und eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.
Wie ist die Wahrnehmung der uruguayischen Bürger?
Anders verhält es sich mit den Uruguayern. 60 % der Bürger sehen die Zukunft positiv und sind damit die optimistischsten in der Region. Mit 61 % Zustimmung sind sie auch diejenigen, die die Leistung der Kommunalverwaltungen bei der Bewältigung der Pandemie am besten bewerten.
Warum dieser Wahrnehmungswandel?
Laut einem Artikel in der Washington Post gelang es Uruguay aus verschiedenen Gründen, das Schlimmste des Coronavirus zu vermeiden. Eine stabile und geschlossene Führung seitens der Machthaber, ein robustes nationales Gesundheitssystem und eine freiwillige, aber weithin befolgte Blockade gelten als die Hauptfaktoren, die angesichts der Krise Stabilität garantiert haben könnten.
Heute hat das Land damit begonnen, seine Aktivitäten vorsichtig wieder aufzunehmen. In einem anderen in den Foreign Policy-Medien veröffentlichten Artikel heißt es, dass dieser Erfolg Uruguays bei der Bekämpfung von Covid-19 nicht nur das Ergebnis sofortiger Maßnahmen sei, sondern auch auf den institutionellen Stärken beruhe, die das Land seit Jahren gestärkt habe.
Uruguay gehört nicht nur zu den Ländern mit der geringsten Armut in Lateinamerika, sondern ist auch eines der wenigen in der Region, in dem die Bevölkerung uneingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie fließendem Wasser und Strom hat.
Quellen: El País, The Washington Post berichtet, Außenpolitik.