Uruguay positionierte sich durch Innovationen bei Anlageinstrumenten, die Umweltindikatoren unterliegen, als weltweit führender Anbieter nachhaltiger Schuldtitel. Wie haben Sie angesichts eines „Paradigmenwechsels“ in der Finanzwelt vorgegangen?

Vor vier Jahren veränderten sich die Interaktionen mit Investoren, wobei das Gewicht des Umwelt- und Sozialbewusstseins zunahm. Investoren fragen nicht mehr nur nach dem Haushaltsdefizit, der Beschäftigung und der Zahlungsbilanz Uruguays, um seine Schuldtitel zu kaufen, sondern sprechen nun auch über die Klimapolitik des Landes.
Auf diese Weise schlug Uruguay im Jahr 2022 die Emission seines ersten Green Bond vor, also von Schuldtiteln, deren Zinssatz Umweltindikatoren als verbindliche Aspekte beinhaltet, und die es später im November 2023 erweiterte.
Mit dem Bond Indexed to Climate Change Indicators (BIIC) übernahm Uruguay die Verpflichtung, die Intensität der Treibhausgasemissionen pro Einheit des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu reduzieren und die Fläche des einheimischen Waldes zu erhalten. Diese Anleihe legt fest, dass der Zinssatz, den das Land seinen Anlegern zahlt, steigt, wenn das Land seinen eingegangenen Verpflichtungen nicht nachkommt. Wenn es sich daran hält, bleibt der Kupon fest und neutral (etwas, was andere Länder bereits getan haben); Der innovative (und bahnbrechende) Teil besteht jedoch darin, dass der Zinssatz, den Sie zahlen müssen, niedriger ausfällt, wenn Sie diese Ziele übertreffen (im Finanzjargon „Step Down“).
Diese Schuldensicherheit ist an zwei Indikatoren gebunden: 1) Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 50 % bis 2025 (im Vergleich zu 1990, in Kohlendioxid pro Einheit des realen BIP); 2) 100 % der einheimischen Waldfläche bis 2025 erhalten (im Vergleich zu 2012).
Wenn Uruguay die Ziele erreicht, wird der Zinssatz beibehalten. Bei Nichterfüllung werden für jeden nicht erfüllten Indikator 15 Basispunkte hinzugefügt. Wenn Sie den Indikator 50 nicht um 52 %, sondern um 1 % reduzieren und den Indikator 3 um 2 % erhöhen, werden für jeden „übererfüllten“ Indikator 15 Basispunkte abgezogen. Die Auswertung dieser Indikatoren erfolgt im Oktober 2027.